10R-eCo: IOTIQ entwickelt digitale Plattform für eine zirkuläre Wirtschaft
Wie lassen sich wertvolle Materialien länger im Wirtschaftskreislauf halten, statt sie zu entsorgen? Und wie können Unternehmen leichter passende Abnehmer für Produktionsreste oder Sekundärrohstoffe finden? Genau hier setzt das neue Projekt 10R-eCo an, an dem IOTIQ als Technologiepartner beteiligt ist.
Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Entsorgung entsteht eine digitale Plattform, die Stoffströme sichtbar machen, Unternehmen miteinander vernetzen und neue Wege für die Wiederverwendung und Verwertung von Materialien schaffen soll. Das Projekt wird im Rahmen der EFRE-Förderung in Sachsen mit Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen unterstützt.
Von Abfall zu wertvollen Ressourcen
Die Textil-, Kunststoff- und Verbundindustrie steht vor großen ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Allein in Deutschland werden jährlich rund 1,56 Millionen Tonnen Textilien konsumiert, von denen etwa eine Million Tonnen als Abfall gesammelt werden. Gleichzeitig werden große Mengen an Kunststoffen verarbeitet und entsorgt. Hinzu kommt eine hohe Abhängigkeit von importierten Rohstoffen.
Ein Problem dabei: Produktionsreste und gebrauchte Materialien fallen häufig in vergleichsweise kleinen oder unregelmäßigen Mengen an. Für eine wirtschaftliche Weiterverarbeitung reichen diese Mengen einzelner Unternehmen oftmals nicht aus. Deshalb werden Reststoffe teilweise zu Mischfraktionen zusammengeführt oder energetisch verwertet, obwohl eine Wiederverwendung oder stoffliche Verwertung möglich wäre. Genau hier möchte 10R-eCo ansetzen.
Eine digitale Plattform für die Kreislaufwirtschaft
Das Projekt entwickelt eine digitale 10R-Angebots- und Verkaufsplattform für Sekundärrohstoffe, Produktionsreste und End-of-Life-Komponenten aus den Bereichen Textilien, Kunststoffe und Verbundmaterialien.
Dabei orientiert sich 10R-eCo am sogenannten 10R-Ansatz: von Refuse, Rethink und Reduce über Reuse, Repair, Refurbish und Remanufacture bis hin zu Repurpose, Recycling und Recover. Die verschiedenen Strategien sollen dabei helfen, Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten.
Die Plattform soll dafür verschiedene Funktionen miteinander verbinden: Unternehmen können Materialien anbieten oder nach benötigten Sekundärrohstoffen suchen, Stoffströme sollen digital erfasst und gebündelt werden. So können beispielsweise Restmengen verschiedener Unternehmen zusammengeführt werden, bis eine wirtschaftlich relevante Menge für die weitere Verarbeitung entsteht.
Darüber hinaus soll die Plattform auch Dienstleistungen und Know-how rund um die Kreislaufwirtschaft sichtbar machen. Unternehmen und Forschungseinrichtungen können ihre Kompetenzen und Lösungen anbieten und so neue Kooperationen ermöglichen.
KI bringt Angebot und Nachfrage zusammen
Ein zentraler Bestandteil von 10R-eCo ist das intelligente Matching. Statt dass Unternehmen ausschließlich manuell nach passenden Materialien oder Partnern suchen müssen, soll eine KI-gestützte Matching-Engine relevante Verbindungen vorschlagen.
Dafür werden Informationen zu Materialien, Angeboten und Bedarfen analysiert. Ziel ist es, Unternehmen und Materialien zusammenzubringen, die gemeinsam eine neue Wertschöpfungskette oder eine wirtschaftlich relevante Materialmenge bilden können.
Ergänzt wird die Plattform unter anderem durch Such- und Verwaltungsfunktionen, eine Datenbank für Sekundärmaterialien sowie Informationen zu 10R-Dienstleistungen und zirkulären Lösungen.
Damit soll 10R-eCo nicht nur ein digitaler Marktplatz sein. Die Plattform soll vielmehr als digitales Bindeglied zwischen Unternehmen, Forschung, Entsorgungswirtschaft und weiteren Akteuren dienen und den Aufbau neuer zirkulärer Wertschöpfungsketten unterstützen.
IOTIQ als Technologiepartner
Und genau hier kommt IOTIQ ins Spiel.
Als Technologiepartner ist IOTIQ für zentrale Teile der digitalen Umsetzung verantwortlich. Der Fokus liegt insbesondere auf der Plattform und Benutzeroberfläche sowie der Implementierung der Produkt-, Matching- und Auftragsverwaltung. Auch die Bereiche KI und Suchfunktion gehören zum technischen Aufgabenbereich von IOTIQ.
Damit bringt IOTIQ seine Erfahrung in der Entwicklung individueller Softwarelösungen und digitaler Plattformen in das Projekt ein. Das Ziel ist dabei nicht nur, eine funktionierende technische Infrastruktur zu schaffen, sondern eine Lösung zu entwickeln, die Unternehmen möglichst einfach für ihre eigenen Stoffströme und Geschäftsprozesse nutzen können.
Die technische Entwicklung ist in mehrere Phasen gegliedert. Neben der grundlegenden Plattform Architektur und Datenbank gehören unter anderem Schnittstellen, automatisierte Datenerfassung, Such- und Vorschlagsfunktionen sowie die Entwicklung von KI-basierten Lösungen zu den vorgesehenen Bestandteilen.
Kreislaufwirtschaft digital voranbringen
Mit 10R-eCo soll eine digitale Infrastruktur entstehen, die ökologische und wirtschaftliche Ziele miteinander verbindet: Materialien sollen länger im Kreislauf bleiben, Reststoffe besser genutzt und neue Absatz- und Beschaffungsmöglichkeiten für Unternehmen geschaffen werden.
Gleichzeitig soll die Plattform insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu zirkulären Lösungen erleichtern. Durch die Bündelung von Stoffströmen, die intelligente Vernetzung von Angebot und Nachfrage sowie den Austausch von Know-how sollen neue Kooperationen und Geschäftsmodelle entstehen.
Gemeinsam mit den Projektpartnern soll eine Plattform entstehen, die aus Reststoffen wieder nutzbare Ressourcen macht – und damit einen Beitrag zu einer stärker vernetzten und zirkulären Wirtschaft in Sachsen leistet.
Das Projekt wird von der EU gefördert und zusätzlich mit eigenen Projektmitteln umgesetzt.
10R-eCo zeigt damit, wie digitale Technologien, KI und branchenübergreifende Zusammenarbeit zusammenwirken können, um Kreislaufwirtschaft nicht nur als Konzept zu denken, sondern praktisch umzusetzen.